Leistungsgesellschaft ade!

Veröffentlicht von Marion Elend am

Nachdem der „Hamsterrad-Text“ mir mit seinen Schlussworten: Leistungsgesellschaft Ade! im Nov 2017 den Weg gewiesen hatte, war es im Februar 2018 an der Zeit zu kündigen.

 Zum Jahrestag im Feb 2019 verfasste ich dies:


„Leistungsgesellschaft ade!“
So lauteten meine eigenen Worte, die mir vor 15 Monaten meinen Weg wiesen. Die ein erster Impuls waren auf die Frage, die sich mir frisch gestellt hatte:
„Wer bin ich, wenn nichts vom Alten übrig bleibt?“

Sie war neu, diese Frage. Ein Jahrzehnt zuvor noch lautete sie so ganz anders: 
„Was will ich eigentlich in diesem Leben?“ 

Dazu gab es eine Antwort, die für mich keine befriedigende war. 
„Egal. Hauptsache etwas Besseres als jetzt (als damals).“

Wie definiere ich denn besser? – anders!

Alles anders haben wollen, als es gerade ist, ist der beste Weg, es nicht zu bekommen.
Bloß sagte mir das damals niemand.

Mein Kampf nach „besser“ – erst machte er mich müde. Dann machte er mich wach. Erst nach mehr als einem Burn-Out in der Tretmühle der Leistungsgesellschaft durfte ich erkennen, dass der Ansporn nach „besser“ für mich selber ein „schlechter“ zur Folge hatte. Doch solange ich am Arbeiten war, eingespannt und auf Erfolg geeicht, war keine Zeit, dies zu erkennen. Was für eine Gesellschaft ist das denn, in der dem Menschen keine Zeit mehr gelassen wird, zu fühlen, ob ihm das Leben/das Tempo gut tut? 

Bedankt euch bei eurem Burn-Out, so er denn kommt. Er ist die Gelegenheit zum Nachdenken. Und er ist ganz sicher nicht die Gelegenheit, um hoch-effizient sich zu erholen, um zügig wieder in das Hamsterrad einzusteigen.

Ich bin ausgestiegen. Vor genau einem Jahr war es an der Zeit gewesen, der Leistungsgesellschaft zu kündigen. Um Zeit zu haben. Für mich. Um das zu leben, was aus mir heraus entstehen möchte. Ohne dass mir jemand im Außen Ziele diktiert.

Wer bin ich, wenn nichts vom Alten übrig bleibt?

Ein Mensch, der realisieren durfte, dass es verdammt schwierig ist, alles Alte loszulassen. Das Unterrichtsfach „Loslassen“ habe ich irgendwie verpasst gehabt in der Schule. Aber ich habe es nachgeholt. Und lange geübt. Wir sammeln so sehr viel an in unserem Leben, das wir mit uns tragen, ohne es zu merken, ohne es zu hinterfragen, ohne einen Gedanken daran, auszumisten. Frühjahrsputz in Haus und Hof – ja klar, doch in uns – wann ist da die richtige Zeit für einen Frühjahrsputz?

Bist du es dir Wert, in dir/in deinem Leben aufzuräumen?

Ich habe einen Punkt erreicht, an dem ich Freude spüren kann.
Bedingungslose Freude und Lebendigkeit.

Wenn mein Heute alles wäre, was ich je erreichen könnte, es wäre gut so.

Ich brauche kein anders, besser, schneller, weiter. 

Und genau deshalb wandelt sich mein Leben.
Genau deshalb verwandelt es sich hin zu schöner, erfüllter und glücksseliger.
Ich habe Platz gemacht und Raum geschaffen für Neues, das einziehen möchte.

Leistungsgesellschaft ade!

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